Gestern durften wir erneut einen Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung für Krisenintervention und Notfallseelsorge an der Ruhr-Universität Bochum mit etwa 150 Teilnehmenden halten.
Im Fokus stand diesmal das Kontinuum zwischen adaptiven und maladaptiven Verhaltensmustern in der Bewältigung von Verlusten. Eine zentrale Frage war, welche positiven und negativen Rollen vermeidendesVerhalten dabei spielen kann.
Besonders eindrücklich sind bspw. Studien aus Norwegen nachdem Terroranschlag 2011 auf der Insel Utøya (bspw. Kristensen et al., 2018).Hinterbliebene besuchten einen Monat nach dem Anschlag gemeinsam die Insel.Diese Erfahrung war sowohl mit belastenden Reaktionen (z. B. intrusiveGedanken) als auch mit hilfreichen Effekten (z. B. Akzeptanzförderung derRealität des Verlustes, kognitive Klarheit) verbunden – wobei die positivenEffekte insgesamt überwogen.
Daraus ergibt sich eine spannende fachliche Frage:
Wie bewerten wir unmittelbare Interventionen in derHashtag#psychosozialenNotfallversorgung, die den Abbau von Vermeidungsverhaltenbereits akut adressieren (z. B. Abschiednahme vom Leichnam) auf dem Kontinuumzwischen
🛡️Vermeidung als kurzfristigem Überlastungsschutz
vs.
⚠️Vermeidung als langfristig aufrechterhaltendem Risikofaktor für psychischeStörungen?
Überwiegen in der PSNV unmittelbar nach Verlustendie Chancen oder Risiken?
Kristensen, P., Dyregrov, K., & Dyregrov, A. (2018). Canvisiting the site of death be beneficial for bereaved families after terror? Aqualitative study of parents' and siblings' experiences of visiting UtøyaIsland after the 2011 Norway terror attack. European journal ofpsychotraumatology, 8(Suppl 6), 1463795.